Weitere Vorhaben | |||
Es ist geplant, zumindest Teile dieser Ausstellung als Wanderausstellung in die Begegnungen mit den überlebenden Frauen und mit Schüler-/Jugendgruppen in deren Heimatländern einzubeziehen. Frau Dr. Sigrid Jacobeit, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und stellvertretende Direktorin der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, möchte diese Ausstellung auch bei der Eröffnung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte am 10. April 2002 in Ravensbrück zeigen. Diesen Prozess der "Begegnung mit der Vergangenheit - Begegnung für die Zukunft" wollen wir in Filmen dokumentieren, an deren Herstellung die Jugendlichen von Anfang an mit einbezogen sind, und die sowohl in Einrichtungen der Kirchen, der politischen Bildung, in Schulen, Gewerkschaften etc. eingesetzt werden können - als auch professionelle Sendequalität für eine Ausstrahlung im Fernsehen haben. Begegnungen mit weiteren noch lebenden Frauen (zunächst vor allen ungarischen Jüdinnen) aus dem KZ-Außenlagen Daimler-Benz-Genshagen und den Jugendlichen als InterviewerInnen sowie eine "Spurensuche" in Ludwigsfelde/Genshagen, Fürstenberg/Ravensbrück und entlang der Todesmarschstrecke sind weitere konkrete Vorhaben. Begleitet werden unsere Jugendlichen auch von Frau Elke Wahls aus Hamburg. Frau Wahls ist seit vielen Jahren auf der Suche nach Spuren ihrer Mutter, die nach Ravensbrück und nach Genshagen/Ludwigsfelde deportiert wurde, und von dort nicht zurückgekommen ist. Bereits bei den Arbeiten an der Ausstellung "Sehen und Verstehen" hat sich gezeigt, dass Frau Wahls in der gemeinsamen Erarbeitung und Vermittlung von Bildern der Zwangsarbeit mit den Jugendlichen in einen heilsamen Prozess der Erinnerung eingetreten ist. Das hat sich sehr positiv auf Sensibilisierung und mitfühlendes Verstehen bei den Jugendlichen ausgewirkt. Die bei der Erarbeitung und während der Eröffnung der Ausstellung bereits begonnenen Begegnungen mit Agnes Bartha und Kató Gyulai aus Budapest und mit Edita Fischer aus der Slovakei und weiteren Schüler-/Jugendgruppen aus Ungarn ist das Land, das in der Ausstellung eine besondere Rolle spielt, da sowohl die Künstlerin Edith Kiss, als auch ihre Freundin Agnes Bartha und Kató Gyulai aus Ungarn nach Ravensbrück und von dort nach Berlin und nach Brandenburg zur Zwangsarbeit deportiert wurden. Ostern 2002 wollten wir deshalb nach Ungarn fahren und dort zusammen mit Agnes Bartha und Kató Gyulai die Stationen ihrer Deportation aufsuchen, und mit ungarischen Jugendlichen zusammentreffen.Wir wollen einen Film drehen, der nicht nur als Anschauungsmaterial für unsere Art der Erarbeitung dieses Themas dienen soll, sondern durch seine Verarbeitung im Jugend-Bildungsbereich neben der Vermittlung von Vergangenheit weitere "Begegnungen für die Zukunft" in anderen Ländern vorbereiten hilft. In den Osterferien 2002 werden 11 Jugendliche aus Berlin Berlin und Brandenburg zusammen mit 2 Teamerinnen und dem Projektleiter Dr. Helmuth Bauer nach Ungarn reisen. Zusammen mit Agnes Bartha und weiteren ungarischen Jüdinnen, die 1944/45 zur Zwangsarbeit nach Spandau und Ludwigsfelde deportiert waren, wollen wir zu den Orten ihrer Deportation fahren, und mit ihnen einen Film drehen. Ziel dieser Arbeit ist: die Jugendlichen lernen selbständig und auf die ihnen gemäße Weise zu recherchieren und zu dokumentieren. Und: die Erstellung eines professionellen und sendefähigen Dokumentarfilms (ca. 30 min, Format Betacam Sp, Farbe) Diese Reise und der geplante Film behandeln die ungarisch-jüdische Vorgeschichte der Deportation der ungarischen Jüdinnen im Oktober/November 1944 - ohne ihren Aufenthalt in Ravensbrück, Genshagen und Spandau. Die Dreharbeiten laufen auch beim geplanten Gegenbesuch ungarischer Jugendlicher im Herbst 2002 mit dem Ziel der Vermittlung der Geschichte der Deportation der ungarischen Juden im Herbst 1944 zur Zwangsarbeit nach Berlin und Brandenburg aus der Sicht von und für das Verstehen von Jugendlichen weiter. Geplant ist der Gegenbesuch im Herbst 2002 und die Einbeziehung ungarischer Schulen bzw. Jugendorganisationen für: Dokumentation Frauen-KZ Ravensbrück, KZ-Außenlager Daimler-Benz-Genshagen/Ludwigsfelde sowie KZ-Außenlager Deutsche Industriewerke Berlin-Spandau im Film. Begehung der Todesmarschstrecke. Museum des Todesmarsches im Wald von Below. (Länge entsprechend Ungarn-Film) Im 2. und 3. Projektjahr sind entsprechende Aktivitäten in Polen, der Ukraine und Frankreich geplant. Entsprechende Kontakte mit dem deutsch-französischen Jugendwerk sind bereits angelaufen. | |||
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