Sehen und Verstehen: Bilder von Deportation und Zwangsarbeit

Jugendliche treffen auf Zeitzeuginnen
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Ausstellung, die Ostern 2002 im Paul Schneider Haus stattfand

Als Ergebnis ihrer Arbeit über das Thema Zwangsarbeit und ihrer Gespräche mit Zeitzeuginnen hatten Jugendliche in Zusammenarbeit mit Dr. Helmuth Bauer (475 308 13) eine Ausstellung zusammengestellt, die im Winter 2001/2002 im Paul-Schneider-Haus, Schönwalder Straße 23, zu sehen war.
Worum ging es?
Agnes Bartha und die Bildhauerin Edit Kiss wurden im Herbst 1944 aus Budapest ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert, und von dort mit 1100 Frauen zur Zwangsarbeit im KZ Aussenlager Daimler-Benz-Genshagen überstellt. Beide haben Krieg, KZ-Haft, Zwangsarbeit und den Todesmarsch der Häftlinge aus Ravensbrück aufgrund ihrer wunderbaren Freundschaft überlebt.
Edit Kiss hat unmittelbar nach ihrer Rückkehr in die Heimat 1945 ein Album mit 30 Bildern gemalt, mit denen sie sich von den traumatischen Erinnerungen an Ravensbrück und Genshagen befreien wollte. Sprechen konnte sie über diese Erlebnisse nicht. 1948 aus Ungarn in den Westen emigriert hat sich Edit Kiss 1966 in Paris das Leben genommen.
Agnes Bartha lebt seit Kriegsende wieder in Budapest. Sie ist 50 Jahre später zum erstenmal nach Ravensbrück
und nach Genshagen / Ludwigsfelde zurückgekehrt.
Die "Wiederbegegnung als freier Mensch" mit den Orten ihrer Leiden und mit anderen überlebenden "Genshagenerinnen" aus Ungarn, Frankreich, England und Deutschland haben ihr geholfen, auch über diese "schrecklichen Zeiten" zu sprechen. Der Dokumentar-Autor Dr. Helmuth Bauer hat diesen heilsamen Prozess der Erinnerung begleitet, und mit Agnes Bartha und anderen "Genshagnerinnen" seit 1992 mehrere Filme gedreht. Zum Auftakt des auf mehrere Jahre angelegten Jugend-Projekts: "Begegnungen mit der Vergangenheit - Begegnung für die Zukunft" erarbeitete Helmuth Bauer mit Jugendlichen der Luther-Gemeinde-Spandau eine Ausstellung mit den Bildern von Edit Kiss und mit den Erinnerungen von Agnes Bartha.
Auch in Spandau hat es KZ-Aussenlager gegeben, in denen ungarische Jüdinnen Zwangsarbeit leisten mussten. Deshalb hatten wir zur Eröffnung neben Agnes Bartha auch Kató Gyulai aus Budapest eingeladen, die über ihre Zwangsarbeit in Spandau ein Buch geschrieben hat: "Zwei Schwestern". Eine Tafel der Ausstellung zeigte die Vielzahl der Zwangsarbeiterlager in Spandau.
 

Bilder aus der Ausstellung

Weitere Vorhaben im Rahmen der Ausstellung


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